Heilige Messe in der St. Andreas- Kirche

 

Dem Beispiel Mutter Franziskas folgend
Beitrag der brasilianischen Teilnehmer

Um 8:30 Uhr, nach dem Frühstück, beteten wir am Grab von Mutter Franziska. Wir wurden aufgefordert, unseren Weg neu zu beginnen indem wir heute und immerdar die Zeichen von Jesu Allgegenwart erkennen.

Danach machten wir eine Stadtrundfart in Aachen und besuchten wichtige Orte im Leben Mutter Franziskas. Wir fuhren an der Jesuskind-Stiftung vorbei, die von einer großen Freundin Mutter Franziskas gegründet wurde. Dann gingen wir zur St. Pauls-Kirche, wo wir die wunderbare Statue Mutter Franziskas mit dem armen Mann sahen, die nach ihrer Seligsprechung aufgestellt wurde. Sie zeigt eindeutig ihre Bescheidenheit, so wie sie neben dem Armen steht, auf der gleichen Ebene wie er.

In der Kirche dachten wir, inspiriert durch die schönen Worte Mutter Franziskas, darüber nach, unser Taufgelübde zu erneuern. Danach wurden wir gebeten einen anderen jungen Menschen (P., aus dem Senegal) zu fragen, was er davon hielt, sein Taufgelübde zu erneuern. Er sagte, daß er sich heute viel besser als gestern fühlte, da er sich der Gegenwart Gottes bewußt war; er fühlte, daß Gott zu ihm kam und ihn neu belehrte.


Um 11:20 Uhr kamen wir an der St. Nikolaus Kirche an, dem Anfangspunkt der franziskanischen Spiritualität im Leben von Mutter Franziska. Die Kirche ist die älteste Kirche der Stadt und war früher dem hl. Franziskus geweiht. Obwohl es eine katholische Kirche ist, finden dort oft ökumenische Gottesdienste statt.

Im Inneren bewunderten wir sehr das Gemälde des hl. Franziskus als er krank war und der Engel zu ihm kam um ihn zu trösten. Dieses Gemälde war von besonderer Bedeutung für Mutter Franziska.

In der Kirche lernten wir ein paar neue Fakten über Mutter Franziska. Es wurde uns berichtet, daß sie dort getauft wurde und daß sie in dieser Kirche beschloß, eine Franziskanerin zu werden. Das Ziel ihres Lebens war ausschließlich dem Evangelium Jesu zu folgen wie es der hl. Franziskus gepredigt und gelebt hatte.

In Jahre 1844 wurde Mutter Franziska in dieser Kirche eine Franziskanerin des Dritten Ordens. Kurz danach gründete sie mit einigen ihrer Freundinnen die Kongregation. In der Kirche hängen viele Bilder, die die Sakramente darstellen. Unter den verschiedenen wichtigen geschichtlichen Persönlichkeiten befindet sich auch Mutter Franziska. Wir hatten einen Augenblick der Besinnung vor ihrem Porträt.

Es wurde uns erklärt, daß nach Ansicht des hl. Franziskus Armut nicht Elend bedeutete, sondern, daß es bedeutete, daß wir Gott die Geschenke zurückgeben, die er uns zuerst gegeben hat. Dann wurden wir gefragt, ob wir als junge Menschen uns als Kinder Gottes betrachteten und ob wir wirklich lernen, seine Stimme zu hören, damit wir ganz nach seinem Wort leben können.; und auch was uns am meisten am hl. Franziskus anzieht.

Wir stellten die erste Frage einer jungen Frau (S. aus Italien), und sie sagte uns, daß sie das Wort Gottes in anderen Menschen, in der Bibel und besonders im Leben Mutter Franziskas erkennt.

Mit Bezug auf das Leben des hl. Franziskus, dachte diese gleiche Person auch über die Bedeutung der Armut nach. Sie bewundert seine Hinwendung zu den Armen und seine Ablehnung aller Reichtümer. Sie sagte, daß man diese Qualitäten erst in seiner eigenen Person finden muß um fähig zu sein, an andere abzugeben.


Um 14:40 Uhr, nach dem Mittagessen, verließen wir das Haus um nach Lindenplatz zu gehen, einem Seniorenheim und Krankenhaus, das von den Armen Schwestern vom hl. Franziskus koordiniert wird. Dieses Haus wird als der Kernpunkt betrachtet, der Ort, wo die franziskanische Kongregation begann.

Nachdem wir über die Geschichte des Hauses belehrt worden waren, hatten wir etwas Zeit zum Nachdenken und der Vertiefung unseres Verständnisses des Lebens von Mutter Franziska, wobei besonders hingewiesen wurde auf Mutter Franziskas Verehrung, seit ihrer Kindheit, des gekreuzigten Jesus und der Armen, in deren Gesichern sie das Abbild Jesu sah.

Das erstemal, daß Mutter Franziska auf einen armen Menschen traf war in der Schule, wo sie sich mit einer Klassenkameradin anfreundete, die arm war, anstatt sich mit anderen privilegierten Kindern, wie sie selbst eines war, zu befassen. Dann erfuhren wir, wie sie als Kind so viel Geld sparte, wie sie konnte, um Wolle zu kaufen zum Stricken von Socken für die Armen, wovon ihre Eltern nie etwas erfuhren.

Allmählich gab sie ihre eigene gesamte Mitgift weg an die Armen. Sie übernahm den Symbolismus der Flamme als ihr eigenen Ausdruck der Liebe, die für Christus in den Armen in ihrem Herzen brannte. Noch zu ihren Lebzeiten wurde sie “Mutter der Armen” genannt und als eine Frau, die alle Hindernisse überwand für ihre Aufgabe - nichts wirklich außerordentliches - diejenigen zu lieben, die zu ihr kamen.

Wir wurden gefragt ob wir wie Mutter Franziska fähig wären, die Armen so zu lieben, daß wir unser Leben für sie riskieren würden. Auch wurden wir gebeten, über folgendes nachzudenken:

- Verändert Liebe, die ich empfange, meine Einstellung zu anderen und zu mir selbst?

- Verändert meine Begegnung mit Jesus mein Leben so, daß ich ein Geschenk für meinen Nächsten sein möchte? Wenn ja, wie geschieht das?

- Wie zeigt sich meine Bevorzugung der Armen in meinem Leben?


Wir stellten diese Fragen einer anderen jungen Frau (M. aus Italien) und sie sagte uns, ja, sie liebt Gott und weiß, daß Er sie liebt. Sie glaubt, daß die Liebe, die Er ihr bezeigt und dieses Gefühl ihre Einstellung geändert hat: jetzt bittet sie Menschen, dem Willen Gottes zu folgen.

Mit Bezug auf die zweite und dritte Frage antwortete sie, daß sie tatsächlich glaubt, daß sie ein Geschenk Gottes sei und daß sie genau wie die Armut zum Geschenk wird : durch enge Beziehungen zu einsamen Menschen.

Wir gingen dann zu dem Bogengang, wo einst das Heim der Famlie von Mutter Franziska stand und auch die Nadelfabrik ihres Vaters. Der Bogen allein wurde wieder errichtet, nachdem alle Gebäude im Krieg zerstört worden waren.

Wir gingen dann zum Jakobstor in der äußeren Mauer der alten Stadt, wo der erste Konvent der Schwestern stand und wo sich heute ein Bildnis der Jungfrau Maria befindet.

Nach kurzem Ausruhen gingen wir zur Messe um 17:30 Uhr. Danach gab es das Abendessen, gefolgt von einer Talentveranstaltung, und schließllich gingen wir zurück zum Mutterhaus.

 
Lindenplatz

 
 
Jules, Valeria und Paul

 
 
Der Bischof tanzt mit uns

 
 
Jugend und Weihrauch

 
 
Spiele auf der Wiese

 
 
Hl. Kommunion

 
 
Eingangsbogen

 
 
Beim Gebet
 

 

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